Dreistigkeit im Fitnesscenter...

Gestern ist mir im Trainingsclub erneut etwas widerfahren, das meinen Unmut über die Menschenwelt weiter erweitert hat.

So etwas kann ja mal vorfallen


Nach dem Sport gehe ich eigentlich mit Freude auf den Turbobräuner. Bei uns im Studio ist das Geschehen so, dass man seine Clubkarte an das Lesegerät hält, seine Uhrzeit speichert und folglich die Maschine betritt. Ist das Lesedisplay jetzt voll, kann man nicht verbuchen.

Also, ich bin also nach meinem Training in Richtung Sonnenstudio gelaufen, um mich wie gewohnt einzubuchen. Da das Panel anzeigte, dass jene Solarieneinheit leer stehen würde, und sogar die Tür der Sonnenbank offen stand, trug ich mich richtlinienmäßig ein. Folglich betrat ich die Kabine. Ich war im Begriff mich gerade ausziehen, da entdeckte ich neben dem Spiegel hinter der Tür eine Tante. Auf meine Frage hin entgegnete sie, dass sie sich gegenwärtig von der Schminke befreien will. Ich dachte zuallererst, dass sie möglicherweise noch Zeit brauchen würde. Sie plapperte aber, dass sie bis dato noch nicht losgelegt hätte, da sie mit dem eigenen Lebensgefährten in einem Atemzug herauskommen möchte. Ich zeigte ihr, dass ich dummerweise jetzt eingebucht habe, weil ich vorher niemanden gesehen habe. Um diesen Vorgang zu canceln, müssten wir die Mitarbeiter herbeiwinken. Sie überließ mir dann jedoch den Vorrang, da auch sie der Meinung gewesen ist, dass dies nutzloser Quatsch ist.

Peinlicher Geselle der maskulinen Spezies


Unerwartet stürmt ihr Partner aus der Bräunungskabine. Er schaut mich an wie ein Holzkopf und grummelt mit ernster Schnauze „Was soll der Mist?“.

Seine Dame beschrieb dem Lappen die Lage, was von ihm mit keinem Wort notiert wurde. Er guckte einfach wie ein Zirkusaffe. Mir war das alles zu beschränkt und deshalb betrat ich zum wiederholten Male die Bräunungskabine. Noch nicht ganz verriegelt ging es auch schon los: "Warum müssen wir jetzt bitte warten?", "Was drängelt der Penner sich jetzt vor?", "Warum lässt du den vor?"

Nicht nur, dass er fast keine Kenntnis von einem sozialkompetenten Antritt hatte, er war gleichwohl noch das dämlichste Plappermaul.

Ich frage mich nun, wie verzagt ein Sportler sein muss, wenn man sich angesichts eines unabsichtlichen Missgeschicks so ärgern muss. Ich käme niemals auf den Gedanken erregt auf so etwas zu kontern.

Offensichtlich lebe ich aber auf der Flanke der Minderheit. Ein schwacher Umstand...